In der Aue des
Welter Baches gedeiht auf kleinem Raum ein großer Teil der typischen Vegetation
nährstoffreicher Feuchtstandorte. Ein eng verzahntes Mosaik aus Wald, Hecken
und Grünland gewährt einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der hiesigen Vegetation.
Sie begann mit
Buchenwäldern auf Standorten in ausreichender Entfernung vom Grundwasser. Nach
der Rodung eignen sich ihre Böden daher gut für den Ackerbau oder für ertragreiche
Glatthafer-Heuewiesen. Die landwirtschaftliche Intensivnutzung verschob das
Gleichgewicht trotz guter Heuqualität vollständig zum Acker. Vom Nutzungsdruck frei
gestellt, wurden in dem Naturschutzgebiet auf diesen Standorten die
blütenreichen Glatthaferwiesen auf einer Größe von drei Fußballfeldern zurück
entwickelt.
Feuchte
Eichen-Hainbuchenwälder liegen näher am Bach und damit näher am Einflussbereich
des Grundwassers. Noch tiefer liegend stockten früher ganz nah am Bach zeitweilig
überflutete Erlen-Eschenwälder und in Muldenlagen ohne Abfluss, ganzjährig
überstaute Erlen-Bruchwälder.
Nach und nach
wurde der Wald vom Menschen zurück gedrängt. Jedoch nur der Erlen-Bruchwald
verschwand am Welter Bach vollständig. Auf seiner Hinterlassenschaft, einem
mächtigen Lager aus Bruchwaldtorf, folgten artenreiche Sumpfdotterblumenwiesen
nach. Die Sumpfdotterblume ist auch im Bach-Erlen-Eschenwald beheimatet, von
dem ein rudimentäres Vorkommen erhalten blieb.
In dem über
dreißig Hektar großen Offenlandbereich hat sich, unter Verzicht auf die
üblichen leistungssteigernden Mittel der modernen Landwirtschaft, seit der
Schutzausweisung vor 20 Jahren, der Artenschatz der Sumpfdotterblumenwiesen erholt.
Feuchtwiesen und –weiden, sowie seit einigen Jahren auch wieder Glatthaferwiesen,
werden von Hecken umgrenzt und durchzogen, nach Flurstücken gegliedert.