Der Welter Bach:
Zwischen Naturschutz und Kulturschutz

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Abendstimmung am Welter Bach
Foto: Roland Breidenbach
Weidetor mit Naturfreunden
Weidetor mit Naturfreunden
Foto: Rudi Schleicher
Der Bach im Frühling
Der Bach im Frühling
Foto: Martin Groß
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Hochwasser am Bach Ende des Winters
Foto: Martin Groß
Winter im NSG
Winter im NSG
Foto: Bernhard Schlaffke
Winterfutter Silage
Winterfutter Silage
Foto: Bernhard Schlaffke

Inmitten des Kernmünsterlandes erstreckt sich seit 1989 das 42 ha große Naturschutzgebiet „Bachauenkomplex am Welter Bach“ wenige Kilometer nördlich von Dülmen. Die geschützten Flächen in dem Tal des Welter Baches sind Teil eines großen intakten Grünlandkomplexes mit aktiver Bachauendynamik.

Die NRW-Stiftung erwarb große Flächen. Das Amt für Agrarordnung Coesfeld (seit 2007 ein Dezernat innerhalb der Bezirksregierung Münster) führte einen umfangreichen Flächentausch durch. So wurden Naturschutzmaßnahmen möglich, die zum Erhalt großflächiger Sumpfdotterblumenwiesen und vieler anderer Pflanzengesellschaften der Feuchtstandorte führten. Der BUND erwarb weitere Flächen und betreut die Wiesen seither in ehrenamtlicher Arbeit. Der Landesbetrieb Straßenbau erwarb eine kleine aber besonders schöne Fläche am westlichen Rand des Schutzgebietes.

In den feuchten Weiden und nassen Wiesen liegen ausgedehnte Blänken (flache, zeitweilig überflutete Senken), die Wiesenvögel wie Bekassine, Kiebitz und Feldschwirl magisch anziehen. Der Eisvogel patrouilliert am  Bachlauf nach unvorsichtigen Stichlingen. Der Steinkauz und die Schleiereule nisten in den benachbarten Bauernhöfen. Über einhundert Arten der Vogelwelt dient das Schutzgebiet als Rastplatz, Brut- oder Nahrungsrevier.

Dem Welter Bach wurde ein Entwicklungsspielraum zurück gegeben. Seither formen sich Bachschleifen aus, die das Hochwasser in Umwege nötigt und verlangsamt. Wasser – das Lebenselixier des Feuchtwiesen-Schutzgebietes bleibt wieder dort, wo es hingehört und zugleich fern von Siedlungen.

Landwirte bewirtschaften die nassen Wiesen und Weiden mit Galloway-Rindern. Die genügsamen Tiere leben ausschließlich von dem krautreichen Gras im Schutzgebiet. Sie bilden ein hervorragendes Fleisch, das in Direktvermarktung verkauft wird.

In einer zwei Morgen großen Streuobstwiese pflegen 40 Obstbaumpaten ihre Bäumchen und produzieren herrliche Früchte alter Sorten.

Naturschützer, Dülmener Bürger und Behörden haben einen Ausschnitt aus der alten bäuerlichen Kulturlandschaft wieder erblühen lassen. Aus der ehemals traditionellen Arbeit der Landwirte ist ein modernes "Kulturschutzgebiet" hervorgegangen.